| Chinemys reevesii
Chinesische Dreikielschildkröte |
In der folgenden Zusammenstellung geben wir einen Überblick über die unten genannte Literatur und führen eigene Beobachtungen an.
nach ROGNER auch in den USA und Kanada eingebürgert.
Die folgenden Abbildungen zeigen unser adultes Weibchen (zum Zeitpunkt der Aufnahme ca. 350 g bei 12 cm Carapax-Länge). Deutlich sind die drei Kiele auf dem Carapax zu erkennen. Das Plastron ist nahezu völlig eben. Die Zeichnung an Kopf und Hals ist deutlich sichtbar, jedoch deutlich schwächer als bei Jungtieren. Die hellen Nähte zwischen den Panzerplatten zeigen an, daß das Tier noch wächst.

Das Balzverhalten der Männchen ist aufwendig und interessant anzusehen. Das Männchen beriecht unter Wasser das Weibchen und nähert sich von vorne oder seitlich mit stelzenden Bewegungen. Es schwimmt vor das Weibchen und baut sich dort hochbeinig auf. Es reckt den Kopf vor und vollführt ein schnelles mehrmaliges Nicken, das vom Weibchen erwidert werden kann. Schwimmt das Weibchen weg, so verfolgt es das Männchen und wiederholt die Balz. Wir haben wiederholt relativ lange derartige Balzzeiten von einigen 10 Minuten beobachtet.
Nach ROGNER sollte bevorzugen die Weibchen zur Eiablage sandiges, erdfeuchtes Substrat, in das sie etwa 15 cm tiefe Nistgruben graben. Pro Gelege ist mit 2 bis 6 Eiern (nach RUDLOFF 2 bis 4, nach NÖLLERT 4 bis 6) zu rechnen, Gelege erfolgen im Abstand von 4 bis 6 Wochen bei 2 bis 3 Gelegen pro Jahr. Für die Bebrütung empfiehlt ROGNER 24 bis 30°C bei hoher Luftfeuchte, NÖLLERT 28 bis 30°C bei 100% rel. Feuchte. Für die Brutdauer werden allgemein 63 bis 85 Tage angegeben. Die Aufzucht der Jungtiere ist nach MÜLLER problemlos bei ausreichend variabler Kost.
RUDLOFF führt an, daß für die Fortpflanzung eine kalte
Ruheperiode im Winter unbedingt erforderlich sei, MÜLLER hält
sie für empfehlenswert.
Nach ROGNER ist die Wassertemperatur nicht sehr bedeutend, da die Tiere wenig temperaturempfindlich seien. Eine kombinierte Freiland- und Terrarienhaltung ist daher empfehlenswert. ROGNER empfiehlt Freilandhaltung von Mitte Mai bis Ende September. Wir können diese Zeiten bestätigen, unsere Tiere sind auch bei vorübergehenden kühlen Wetterperioden noch aktiv und überstehen diese problemlos, wie auch MÜLLER anmerkt. Wir haben unseren Teich relativ dicht bepflanzt; die Tiere nehmen die Versteckmöglichkeiten zwischen Wasserpflanzen gerne an, gehen aber gerne auch an Land. Das Terrarium sollte einen ausreichenden Landteil aufweisen, da die Tiere oft (auch nur kurzzeitig) an Land gehen und sich z.T. auch für einige Zeit ohne besonderen Grund eingraben.
Für die Überwinterung eignet sich nach RUDLOFF entweder die Absenkung der Wassertemperatur oder die trockene Überwinterung bei 10 bis 18°C. MÜLLER führt an, daß sich eine Überwinterung im Wasser verschiedentlich negativ ausgewirkt habe. Wir haben bei trockener Überwinterung auch mit tieferen Temperaturen bis ca. 7°C keine schlechten Erfahrungen gemacht; NÖLLERT empfiehlt bis 5°C. RUDLOFF und ROGNER empfehlen, die Tiere kurz bzw. direkt nach der Freilandhaltung für etwa 8 Wochen bei ca. 5 bis 8°C in feuchtem Substrat in den Winterschlaf zu bringen und sie dann wieder in einem Aqua-Terrarium bei 21 bis 25°C zu halten. Durch diesen sehr weit nach vor verschobenen Winterschlaf hat man als Züchter eher die Möglichkeit, Gelege noch im Terrarium und nicht erst im Freiland zu finden. Ist man allerdings auf einen kühlen Keller und damit auf den Verlauf der Außentemperatur angewiesen, so ist gegen einen Winterschlaf von z.B. Ende November bis Ende Februar nach unseren Erfahrungen nichts einzuwenden.
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von Chinemys reevesii!