Chrysemys picta belli (GRAY 1831)

Westliche Zierschildkröte

Vorkommen - Größe - Aussehen - Lebensweise - Fortpflanzung - Haltung - Literatur

In der folgenden Zusammenstellung geben wir einen Überblick über die unten genannte Literatur und führen eigene Beobachtungen an.

Vorkommen:

Nach ROGNER: Südliches Kanada (Südwest-Ontario bis Vancouver Island), USA (Washington und nördliches Oregon bis Missouri und Wisconsin) und Mexico. Daneben isolierte Vorkommen in New Mexico, Utah und Colorado. ERNST weist darauf hin, daß Chrysemys picta die einzige nordamerikanische Schildkrötenart ist, die über den ganzen Kontinent verbreitet vorkommt.
 

Größe:

Nach ROGNER, ERNST, WERMUTH und MÜLLER Carapaxlänge bis 25 cm.

Aussehen:

Nach ROGNER und MÜLLER: rotgelbes bis gelbes Plastron, entlang der Mittelnaht eine dunkle, symmetrisch angeordnete Figur. Carapax bei älteren Tieren dunkelbraun, im Jugendstadium dagegen gelbliches bis rötliches, strahlenförmiges Netzmuster auf olivgrünem Grund. Kopf und Weichteile grünlichgrau mit gelblichen und rötlichen Streifen. Männchen haben verlängerte Krallen an den Vorderfüßen und eine dickere Schwanzwurzel als Weibchen. Nach ERNST sind alle Panzermaße der Männchen kleiner als die der Weibchen.

Die folgenden Bilder zeigen Carapax, Plastron und Kopfbereich unseres adulten Männchens. Sehr deutlich sind die schöne und intensive rötliche Zeichnung des Bauchpanzers sowie die Zeichnung an Hals und Extremitäten zu erkennen. Ebenfalls erkennbar sind die langen Krallen an den Vorderbeinen, die für Männchen kennzeichnend sind.





Lebensweise:

Nach ROGNER und ERNST bewohnt Chrysemys picta langsam fließende Gewässer sowie vegetationsreiche Teiche und Tümpel.
Die Tiere sind tagaktiv und nutzen Sonnenplätze im Gewässer. Sie ernähren sich von tierischer und pflanzlicher Kost. ERNST führt an, daß die Tiere nicht wählerisch sind und sich von lebenden und toten Tieren ernähren. Im Alter kann der Anteil pflanzlicher Kost zunehmen.

Fortpflanzung:

Nach ROGNER können in der Natur Paarungen von März bis Mitte Juni beobachtet werden, nach ERNST gelegentlich auch später. Die Wassertemperatur lag dabei zwischen 10 und 28°C. Das Balzverhalten ist ausgeprägt. Im nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes kann es zu 1 bis 2, im südlichen zu 3 bis 4 Eiablagen im Jahr kommen.
Nach ERNST variiert die Gelegegröße erheblich. Bei Chrysemys picta belli kann ein Gelege aus 4 bis 20 Eiern bestehen (andere Unterarten von Chrysemys picta legen dagegen deutlich weniger Eier). Die Eier sind oval und weichschalig, wobei die Schale mit der Zeit etwas fester wird. Schlüpflinge sind rund und haben einen gekielten Carapax. Kopf, Augen und Schwanz sind proportional deutlich größer als bei erwachsenen Tieren.
Wir selbst haben ganz ähnliche Beobachtungen bzgl. der Anzahlen von Gelege und Eiern gemacht. Allerdings ist bei unseren Tieren die Befruchtungsrate der Gelege noch recht gering, und wir haben über die letzten Jahre nur vergleichsweise wenige Nachzuchten erhalten. Die folgenden Bilder zeigen ein Gelege im Boden vor der Überführung in einen Brutbehälter, den Schlupf eines Tieres im Brutbehälter (Ei in Vermiculit), einen Schlüpfling im Alter von wenigen Tagen und einige Jungtiere beim Sonnenbad.

Haltung:

MÜLLER führt an, daß die Tiere nach seinen Erfahrungen schlecht zu halten seien und bezeichnet sie daher als die empfindlichste der vier Unterarten von Chrysemys picta. NÖLLERT weist auf die Möglichkeit für Sonnenbäder hin (z.B. von einem Wärmestrahler bestrahltes Korkstück). NÖLLERT beschreibt eine Aquarienhaltung wie folgt: Die Temperatur wurde im Sommer bei etwa 27°C, im Winter bei 20°C gehalten, ferner erfolgte eine Nachtabsenkung um einige °C. Ein ausreichend großer Landteil für die Eiablage ist notwendig.
Wir halten unsere adulten Tiere im Aquaterrarium mit ausreichend großem Landteil in den Übergangszeiten, im Sommer setzen wir sie dagegen ins Freiland in den Gartenteich, wo sie den eingelegten Stamm zu ausgiebigen Sonnenbädern nutzen. Die Tiere sind sehr sonnenhungrig und nutzen in den Becken die angebotenen Sonnenplätze unter Wäremelampen ausgiebig.

Literatur:


Startseite / Home Letztes Update dieser Seite: 26.03.2005 - © Stefan Thierfeldt, Jülich, Germany