Gelege und Nachzuchten
von Chelodina longicollis
Uns ist im Februar 2004 unsere erste Nachzucht von Chelodina longicollis gelungen. Auf dieser Seite finden Sie alle Details zur Eiablage, zum Brutvorgang und zur Aufzucht.



Paarung - Eiablage - Ausbrüten der Eier - Schlupf - Pflege der Schlüpflinge - Fütterung der Schlüpflinge

Paarung

Paarungsversuche und Paarungen sind bei Chelodina longicollis das ganze Jahr über zu beobachten. Unsere Tiere wurden im Alter von etwa vier Jahren geschlechtsreif.
Der Paarung geht kein besonderes Vorspiel voraus. Das (meist deutlich kleinere) Männchen schwimmt das Weibchen an und versucht, über dessen Rücken zu gelangen. Es klammert sich mit den Vorderbeinen am Panzer des Weibchens und mit den Hinterbeinen im Bereich der Hinterbeine des Weibchens fest. Der Hals des Männchens ist meist lang nach vorne gestreckt.

Eiablage

Die Eiablage erfolgt im Landteil, welches eine ausreichende Tiefe haben und relativ feucht sein muss. Das Weibchen verlässt bereits mehrere Tage vor der Eiablage immer wieder das Wasser, um eine geeignete Legestelle zu suchen. Wir konnten immer wieder umfangreichere Spuren von Probegrabungen erkennen. Bei der Eiablage gräbt sich das Weibchen recht tief mit dem Hinterteil voran ein. Die Eier werden in einer Tiefe von ca. 10 bis 15 cm recht dicht beieinander abgelegt. Die von uns bisher beobachteten Gelege wiesen 13 bzw. 12 Eier auf.


Ausbrüten der Eier

Nach dem Fund der Eier werden diese vorsichtig mit weichem Bleistift an der Oberseite markiert, aus dem Erdreich entnommen und in Behälter mit Vermiculit gesetzt, welches ausreichend angefeuchtet wird. Die Eier werden mit Vermicult ganz bedeckt (s. Bild).
Eier von Chelodina longicollis Die Eier im Vermiculit

Die Kunststoffbehälter mit den in Vermiculit eingebetten Eiern setzen wir in einen Brutapparatt, da wir bei konstant hohen Temperaturen von 30°C brüten. Im rechten Bild ist die Wasserschale erkennbar, die zur Aufrechterhaltung einer konstant hohen Feuchtigkeit im Brutapparat dient.

Der Schlupf

Nach einer Brutdauer von ca. 75 bis 82 Tagen bei einer Bruttemperatur von ca. 30°C schlüpfen die Jungtiere. Diese sind unterschiedlich gefärbt und haben auf dem nahezu schwarzen Carapax gelbe Randmuster. Das Plastron ist leuchtend gelb-orange gefärbt.
Der Hals ist im vergleich zum Körper exterm lang, einen großen Teil der Masse von ca. 2,5 g macht der Kopf aus. Die Augen weisen leuchtend gelbe Ringe auf. Im rechten Bild ist noch die sich schließende Spalte, durch welche der Dottersack eingezogen wurde, zu erkennen (Alter ca. 10 Tage).

Pflege der Schlüpflinge, Becken

Die ersten Tage und Wochen halten wir die Tiere in einem 60 cm-Becken, das wir auf etwa 27°C tagsüber und 24°C nachts heizen. Der Wasserstand beträgt zunächst nur wenige cm, nach etwa 2 Wochen erhöhen wir ihn auf ca. 15 cm (Bild). Ausreichend viele Strukturen sorgen dafür, dass die Jungtiere das Wasser problemlos zum Atmen verlassen können und sich verstecken können.

Fütterung der Schlüpflinge

In der ersten Zeit nehmen den Jungtiere sehr gerne und selbständig Mückenlarven an. Im Bild sind zwei Jungtiere im Alter von ca. 1 Woche zu erkennen, die am Bodengrund nach Mückenlarven suchen.


Startseite / Home Letztes Update dieser Seite: 08.03.2004 - © Stefan Thierfeldt, Jülich, Germany