| Haltung im
Gartenteich |

Den Tieren steht außerhalb des Wassers ca. 10 m² Landteil zur Verfügung, das aus bepflanztem Teichufer und Wiese besteht. Besonders Chinemys reevesii sucht den Landbereich gerne auf, vorwiegend in der Dämmerung. Bei warmer Witterung übernachten die Tiere auch an Land, wobei sie sich in Gras und Uferbereich Mulden zurechtmachen. In unserem relativ festen, lehmigen Boden konnten wir nur wenig grabende Tätigkeit beider Arten entdecken. Auch Sternotherus odoratus, die in lockerer Erde kräftig und tief graben kann, hebt bei der Eiablage nur einige cm tiefe Mulden aus.
Das folgende Bild aus dem Winterhalbjahr zeigt das Teichgelände und den dichten Bewuchs, den wir im Frühjahr und im Herbst jeweils kräftig reduzieren.

Zur Einzäunung des Geländes haben wir anfangs einen engmaschigen Zaun verwendet, den wir an nach innen überkrängenden Ständern befestigten und den wir ca. 30 cm in die Erde eingegraben haben (s. Bild oben). Diese Lösung hat sich jedoch als nicht völlig ausbruchsicher erwiesen, so daß diesen Zaun wieder vollständig entfernt haben. Wir verwenden nun senkrecht in den Boden eingegrabene Glasplatten der Maße 100 x 60 cm² mit einer Dicke von 10 mm (Sicherheitsglas), die etwa zur Hälfte in den Boden eingelassen sind. Obwohl wir nicht festgestellt haben, daß unsere Tiere im relativ festen Boden graben, verhindern wir so, daß sich eine Schildkröte unter dem Glas durchgraben kann.
Die Verwendung von Sicherheitsglas hat zwar ihren Preis, führt aber dazu, daß die Scheiben wesentlich stabiler gegen mechanische Einwirkung (z.B. Gegentreten, Bälle usw.) und gegen Frostrisse sind und eine evtl. Verletzungsgefahr praktisch ausgeschlossen ist. Aufgesteckte Aluprofile auf der Oberseite verbinden die Glasplatten und geben ihnen Stabilität. Damit die Profile den Winkeln zwischen den Scheiben folgen können, sind sie bis zur Innenkante angesägt und an dieser Stelle (vorsichtig) gebogen. Die Stabilität ist trotzdem sehr gut.
Dünne Ritzen zwischen den Glasplatten (< 1 cm) erlauben kleinen Tieren, offenbar auch Molchen, zwischen Gartenteichbereich und übrigem Garten zu wechseln. Auf den folgenden Abbildungen sind die Glasscheiben und die Aluprofile gut erkennbar, ebenso der kleine Spalt zwischen den Scheiben.

Der Teich wird von Insekten und Vögeln reichlich besucht. Trotz
der Einzäunung gelang es Fröschen, zum Teich zu kommen. Im Sommer
1996 beherbergte der Teich einen ausgewachsenen Frosch, dessen Art wir
bisher noch nicht bestimmen konnten. Die Einzäunung führt nach
unserer Beobachtung also praktisch nicht zur Verarmung der Fauna.